Angel
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Braaaaains - we need more Braaaains!

Auf wkw bekomme ich immer wieder Freundschaftsanfragen von interessanten Menschen. Oder sagen wir lieber von Menschen mit interessanten Namen. Nachdem ich mir überlegt habe, dass ein Dämonenfürst in meiner Liste vielleicht einen falschen Eindruck von meiner Lebensweise erwecken könnte, habe ich heute eine Anfrage von einem eher unscheinbareren Namen erhalten. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass in seinem Profil Sätze zu finden sind, die meinem Ruf auch schaden könnten. Zum Beispiel folgender geistreicher Aussagesatz:

"Lesen heisst, mit einem fremden Kopf statt dem eigenen zu denken! Also Leute, benutzt immer Eure eigenen Gehirne, falls eins vorhanden ist)))"

...

Eigentlich... muss man dazu gar nichts sagen. Eigentlich schießt sich diese Aussage selbst ins Aus, denn sie schließt die Behauptung mit ein, dass der Verfasser unfähig ist sein eigenes Gehirn zum Erstellen alternativer Welten zu benutzen. Ich frage mich übrigens, welches Gehirn ich benutzen soll, wenn ich seinen Satz lese. Meins oder seins? Das von Freud? Einstein? Meines ehemaligen Deutschlehrers (Der würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen). Des weiteren gibt der Urheber des Satzes zu, dass er selbst leider nicht über ein funktionierendes Gehirn verfügt. Zum einen wegen des Paradoxons, das er aufführt (Ich würde sogar behaupten, es handele sich um ein Oxymoron), und zum anderen weil er scheinbar der Fähigkeit des Lesens mächtig ist, sich also von Zeit zu Zeit auch der Nutzung anderer Gehirne hingibt.

Ich jedenfalls lese immer mit meinem eigenen Gehirn. Es ist auch immer so eine Matscherei das eines Anderen zu benutzen. Und schwierig ist es auch. Zum Beispiel jetzt lese ich die vorigen von mir geschriebenen Sätze Korrektur. Darf ich das mit meinem eigenen Gehirn machen, weil ich sie ja auch damit geschrieben habe? Oder sollte ich das eines Mitmenschen benutzen, um zu sehen welche Wirkung meine Sätze auf andere Gehirne haben? Allerdings wäre das Gehirn, das ich zu Testzwecken aus dem Kopf des Mitmenschen extrahieren müsste dann unbrauchbar. Und es würde auch nicht feststehen, ob es die gleichen Resultate liefern würde, wie das eines weiteren, anderen Mitmenschen. Hach, eine ewige Aufgabe alle Gehirne durchzutesten. Ich müsste jedes einzelne Gehirn jedes einzelnen Menschen zum Testen heranziehen, mein Lebensziel würde darin bestehen Gehirne zu sammeln. Mit ausgestreckten Armen würde ich auf andere Leute zutaumeln, um sie ihrer Gehirne zu berauben. Durch die Übernächtigung der Tests und Untersuchungen würde ich mit rotumrandeten Augen durch die Straßen torkeln, in halb komatösem Zustand und vor Erschöpfung nur noch fähig ein einziges Wort auszustoßen, das für meine Untersuchungen von unschätzbarem Wert ist:

Braaaaaaaiiiinnns!

Kommt mir irgendwie bekannt vor. *grübel* Ganz davon abgesehen ist eine uuuuungeheure Überredungskunst von Nöten bis ein Individuum zustimmt sein Gehirn zu Forschungszwecken zur Verfügung zu stellen.

Also, wenn ich mein eigenes Gehirn benutzen soll, dann darf ich quasi nur die Sachen lesen, die ich selbst produziert habe. Was allerdings in den meisten Fällen Quatsch ist, weil ich oftmals nicht für mich selbst, sondern zur Belustigung anderer schreibe (Blogeinträge für Fremde, Hausarbeiten für Dozenten, Einkaufslisten für die Mitbewohnerin, etc.). Gleichfalls darf ich meinen Blickwinkel nie ändern, nie die Perspektive eines anderen einnehmen, indem ich seine Texte lese. Die Erfindung der Schrift ist damit ad absurdum geführt, wieso hat das bisher noch keiner erkannt? Schrift ist nicht nur unnötig, sondern gefährlich, weil sie uns dazu verleitet uns auf andere Gehirne zu verlassen. Oh mein Gott, immerhin weiß jeder, dass wir nicht fähig sind, uns nur temporär auf die Ideen anderer Leute einzulassen. Nein, sobald wir etwas von jemand anderem lesen, absorbieren wir die Grundgedanken und verwandeln sie zu unseren eigenen... Nieder mit der Willensfreiheit! Geschändet durch das Lesen wurde sie der Sklave der fremden Gehirne! Die ganze menschliche Rasse ist dem Untergang geweiht, weil irgendein Heinz vor Dekaden von Jahrtausenden die Schrift erfunden hat!
Denkt mit euren eigenen Hirnen, meidet Schriften! Lest niemals von anderen Menschen! Seid frei und ungebunden, indem ihr euch nur auf eure eigenen Ideen verlasst und euch niemals die der anderen anseht! Frei durch Zwang! Resistance is futile!

*hust*

Ich neige zu Übertreibungen...
Ach übrigens... lest das hier lieber nicht, das stammt aus meinem Gehirn, nicht aus eurem. Und ich stelle meins nicht zur Verfügung...
28.6.11 13:24


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http://www.schnitzel-blowjob-tag.de/ - WTF?

Für einen kurzen Moment hatte ich noch die Hoffnung hinter dieser Blowjob-Schnitzel-Aktion stände etwas absolut harmloses. Aber nein, es ist genauso, wie es sich anhört. Als ich auf den Link klickte, erschien ein Text, der auf vermutlich gedacht-geniale Weise versucht einen Blowjob-Tag für die Männer zu legitimieren. Natürlich kann ich diesen Text nicht unkommentiert lassen, so als praktizierende Emanze. Daher werde ich ihn mir Stück für Stück vornehmen und genüsslich zwischen den Power-Frau-Fingern zerreiben, bis der Sand des Stumpfsinns in den unendlichen Tiefen der Kanalisation zerrinnt und für immerdar verschwunden ist...
Ironie? Sarkasmus? Ach geh, doch nicht bei einer so absolut genialogischen Erfindung wie einem Schnitzel-und-Blowjob-Tag!

Los geht's:

"An alle Männer dieser Welt:
Ihr wisst es alle: am 14. Februar bekommen wir die Möglichkeit, unserer Liebsten zu zeigen, was sie uns bedeutet. Mit Geschenken, Blumen, Einladungen für Essen, Theater, Kino und vielem anderen Gedöns, das Frauen romantisch finden."

-> Warum ergreift ihr sie dann nicht?!

"Jedes Jahr kurz vor dem Valentinstag zermartern wir uns aufs Neue das Gehirn, um dieses eine spezielle, einzigartige Geschenk zu finden, das ihr zeigt, dass wir sie wirklich mehr lieben als all die anderen Frauen dort draußen."

-> Ein Strauss Blumen ist jetzt nicht unbedingt einzigartig, ein Dinner beim Lieblingsitaliener auch nicht. Pralinen stehen auf der Stereotypen-Liste ganz oben und Schmuck ist schon seit Urzeiten der Renner. Gibt man in Google "Was schenk ich ihr zum Valentinstag?" ein, erhält man endlose Ergebnislisten mit einzigartigen Geschenken... mal abgesehen, dass die beliebtesten Wahlen schon im ersten Abschnitt dieses Textes zu finden sind...

"Meine Damen, ich verrate Euch hiermit ein ewig gehütetes Geheimnis: uns Männern macht dieser Tag nicht ganz so viel Spaß wie Euch!"

-> Nein, echt? Oh mein Gott, und ich dachte für euch ist das der Himmel auf Erden euch mal ein paar Gedanken um eure Freundin zu machen, die euch beständig ihre Liebe beweist, indem sie sich immer wieder neue kreative Kleinigkeiten einfallen lässt, die eure Beziehung in Schwung halten...

Meine Herren, ein wohlgehütetes Geheimnis an euch: Das wissen wir schon lange.
Übrigens machen Frauen die 364 anderen Tage auch nicht unbedingt Vergnügen, wenn wir brav und anständig eure Dreckwäsche in die Trommel stopfen oder sonstige verlangte "Frauen-Arbeiten" verrichten...

"Sicher, Euer Lächeln zu sehen, das ist unbezahlbar. Aber eben dieses Lächeln ist das Ergebnis mehrerer Wochen voll Blut, Schweiß und hartem Nachdenken."

-> Fünf Minuten Google-Suche sind nicht mehrere Wochen. Hättet ihr euch angestrengt, müsstet ihr auch nicht so einen seltsamen Tag erfinden, um eure über das Schnitzel hinaus gehenden Wünsche erfüllt zu sehen, eh? Lächeln und Winken ist nicht immer ein Zeichen maßloser Dankbarkeit

"Und nun das zweite Geheimnis:
Wir Männer fühlen uns ein wenig übergangen. Ja, übergangen! Schließlich gibt es keinen speziellen Feiertag, der Euch die Möglichkeit gibt, dem einen Mann in Eurem Leben zu zeigen, wie viel er Euch bedeutet. "

-> Vatertag ist ein Feiertag, Muttertag ist ein Sonntag...
Außerdem brauchen Frauen selten einen Tag, um ihren Männern zu zeigen, was diese ihnen bedeuten, auch wenn sie das nicht immer mit einem Blowjob machen.
Männer kriegen übrigens in der Regel öfter einen Blowjob als Frauen einen Blumenstrauss... spricht nicht für das Argument..
Wobei hier anzumerken ist, dass Frauen auch nicht unbedingt immer nur... lassen wir das...

"Aus diesem Grund wurde ein neuer Feiertag geschaffen!

Der 14. März ist der offizielle "Schnitzel & Blowjob Tag", kurz: Schniblo-Tag. Einfach, wirkungsvoll und selbsterklärend ist dieser neue Feiertag dazu da, damit Ihr Frauen Eurem Holden endlich zeigen könnt, wie sehr Ihr ihn liebt."

-> Durch einen Blowjob... is klar... Wenn ich jeden Mann lieben würde, dem ich schon ein Schnitzel gebraten hab... weia...
Außerdem... Schniblo? Mal ehrlich... das ist ein ziemlich dämlicher Name für einen solchen Tag... sehr passend also.

"Keine Karten, keine Blumen, keine tollen Nächte des Ausgehens.. Der Name des Feiertages erklärt alles: nur ein Schnitzel (oder Steak) und ein Blowjob. Das ist alles."

-> Und wenns die eigene Freundin nicht macht, die nächstbeste aus der Kneipe nebenan machts für ne halbe Flasche Wodka bestimmt, aber wollt ihr die dann auch gleich heiraten?

"Und schlussendlich wird dieses neue Zwillingspärchen der Feiertage, der Valentinstag und der Schnitzel & Blowjob Tag (Schniblotag), ein neues Zeitalter der Liebe einläuten, da sich Männer überall auf der Welt umso stärker am 14. Februar bemühen werden, um sich selbst einen denkwürdigen 14. März zu sichern. Ein Perpetuum Mobile der Liebe!"

-> Von wegen... Männer geben sich genauso wenig Google-Mühe wie gewohnt und Frauen müssen ihn dafür auch noch belohnen. Alles wie gehabt. Was an Geburtstagen, Weihnachten und Jubiläumstagen nicht funktioniert, klappt auch nicht an Valentinstag. Die meisten Männer flüchten sich eh in die Ausrede: Ich mache an so einem Kommerztag nicht mit. Ha! Ich an so nem Schwachsinns-Porno-Tag auch nicht.

[...]

Also, die Idee ist witzig, und es hätte ja auch fast klappen können. Aber einen Valentinstag mit so schwachen Argumenten und so vielen Ausreden als Begründung für mehr Sex herzunehmen, ist doch mehr als schwach. Seit der Emanzipation wendet sich das Blatt immer weiter, es gibt inzwischen zahlreiche Frauen, die sich die Gewohnheiten der Männer abgeschaut und sich mühsam dran gewöhnt haben.
Da bleibt es aber die Frage, wie die Herren der Schöpfung damit umzugehen pflegen... Jedem etwas verständigen Menschen dürfte klar sein, dass Männer immer noch in vielen Belangen das bevorzugte Geschlecht ist, also verdient euch euren Blowjob wie wahre Männer und heult nicht rum, dass ihr vernachlässigt oder übergangen werdet.

Übrigens noch etwas zum Schmunzeln, als ich den Link gesehen habe, postete ich ihn einem guten Freund, damit ich meine Empörung mit ihm teilen könnte.

Das sah dann ungefähr so aus:

Ruka:
http://www.schnitzel-blowjob-tag.de/

GuterFreund:
ist das n angebot?


-> Werdet erwachsen.... das ist nicht mehr so leicht, die Frauen rum zu kriegen. Da müsst ihr inzwischen früher aufstehen... oder eurer Freundin auch mal ein Schnitzel braten..
9.3.11 23:17


Die Dame von der Bushaltestelle...

Untertitel: Der ewige Kreislauf der Schlagfertigkeit.

Gestern morgen ging ich mit meinem Hund spazieren. Unser Ziel war die Wohnung meiner Großmutter, in der es immer so herrlich nach frischem Kaffee und frischer Wäsche duftet. Zwar hat das eine selten etwas mit dem anderen zu tun (außer: SCHEIßE, die Flecken gehen nie wieder raus!), aber beide Düfte rieche ich unheimlich gerne.
Frohen Mutes bog ich also um die Ecke zur Hauptstraße, auf der schon drei andere Hunde unterwegs waren. Wie gewohnt begann Winja eine lautstarke Diskussion um den local respect des Wohngebiets. Zur Verdeutlichung untermalte sie ihre Argumentation mit einem kraftvollen Hüpftanz und einer Straffung der Leine. Einen kurzen Ruck durch meinen erstaunten Körper später hatte ich mein Hündchen auch schon wieder unter Kontrolle. Ich wollte mich nicht aufregen, immerhin würde es in wenigen Minuten ein leckeres Heißgetränk geben, also ermahnte ich Winja entschlossen zur Ruhe und ging konsequent meines Weges. An der Bushaltestelle standen einige gelangweilte Mitbürger, die stoisch in Richtung des hoffentlich bald herannahenden Busses blickten und gelegentlich das Gewicht von einem auf den anderen Fuß verlagerten.
Ich war schon fast durch die Engstelle der Bushaltestelle hindurch, als eine etwas quiekende Stimme mein kaffeeerwartendes Bewusstsein erreichte: "Sie wissen aber schon, dass sie ihren Hund quälen, oder?"
Verwundert blieb ich stehen und schaute, ob ich denn wirklich gemeint sei. Die Stimme war nah genug, dass sie an mich gerichtet sein könnte, aber der Inhalt erschien mir doch absurd. Beim Umsehen entdeckte ich eine typische Bushaltestellen-Herumlungerin, dicke Wollmütze mit Bommel auf dem Kopf, kritisch zusammengekniffene Augen, die kleinen Fäustchen mit Sicherheit in den Jackentaschen geballt.
Zögernd blieb ich stehen und entgegnete: "Wie meinen?"
"Das Schnauzenband... sie quälen ihren Hund damit."
"Äh... das Gentle Leader? Öh.. darüber gehen die Meinungen dann aber auseinander..."
Betont erläuterte Fräulein Weltwissen: "Ich arbeite im Tierheim, ich kenn mich damit aus."
In meinem Gehirn formte sich der Satz: "Ich hab schonmal beim Bäcker gearbeitet und kann trotzdem keine Mohnschnecke backen.."
Mein Mund räusperte sich und entgegnete: "Ich finde den Gentle Leader prima, so kann ich meinen Hund überall hin mitnehmen."
"Aber sie quälen ihn damit!"


Kurzer Blick auf den Hund: Winja steht mit allen vier Pfoten fest auf dem Asphalt verankert vor mir, lehnt sich leicht mit ihren 35 kg gegen meine Kniescheiben, Rute aufrecht, Kopf in Richtung der drei Hunde, Ohren gespitzt, Körperhaltung entspannt, die Zunge locker aus dem Mundwinkel gehängt."


"So gequält sieht sie aber gar nicht aus"
"Das meinen sie nur, aber das ist höchst unnatürlich einen Hund an der Schnauze zu führen."
"Naja, aber wenn sie einen anderen Hund sieht, dann rastet sie aus und ohne das Ding könnte ich sie nicht so einfach überall hin mitnehmen."
"Ja, sie müssten halt mal mit ihrem Hund in die Hundeschule."
Kopf: "Was meinen sie, wo ich das Ding herhab?"
Mund: "Waren wir doch..."
Penetrante Tierschützerin: "Und wieso hat es nichts genützt?"
Mund: "Also hören sie mal...."


Unterbrochen wird die Konversation, als die drei Hunde vom ausgiebigen Spaziergang zurück in die Hauptstraße biegen. Mein entspannter Hund schnellt nach vorne und bricht in eine bellende Hasstirade wider den Artenschutz aus und wirft seinen Körper den drei Eindringlingen entgegen. Ein kurzer Ruck durch meinen erstaunten Körper und ich bekomme meinen Hund wieder unter Kontrolle... aus dem Bushaltestellenhäuschen dringt ein nervenerschütterndes "Siiiiiiiiiiiitz". In diesem Moment wissen weder mein Hund, noch ich etwas damit anzufangen. Wir beide schauen einen Augenblick desorientiert zu der vermeintlichen Tierschützerin, bevor Winja entscheidet, dass diese Frau es nicht wert ist, sich vom eigentlichen Auftrag des Feind-Anbellens ablenken zu lassen.
Winja bellt und tobt, Ruka setzt ihre Kontrolle durch und wiederrum wird die Szenerie durchbrochen von einem langgezogenen, vermeintlich-autoritären "Siiiiiiiiiitz"
Winja hat entschieden, dass sie mit dieser Aussage nichts anfangen kann, Ruka denkt sich etwas in der Richtung: ")(§/)$&%7zsft78(/&$Peacebloom..."
Die drei Hunde verschwinden in einem Hauseingang, ein letztes Mal ertönt das durchdringende "Siiiiiiitz" und schon kehrt wieder Stille ein...


Winja ist enttäuscht über das Verschwinden ihrer Beschäftigungsmöglichkeit und versucht etwas gegen das Gentle Leader zu unternehmen, was sie von der Beendigung ihres Killerauftrags abgehalten hat.


"Sehen Sie? Das gefällt ihm gar nicht, das Schnauzenband..."


Entnervt erwiedere ich: "Natürlich gefällt ihr das nicht, sie will ja auch die drei Hunde zerfleischen."
"Das wissen Sie doch gar nicht."


Überrascht blicke ich zu ihr auf... mein Kopf formt den Gedanken: "Aber Sie wissen das? Wollen Sie es ausprobieren?"


Mein Mund entscheidet sich für: "Ich finde das Gentle Leader gut, es hilft mir den Hund unter Kontrolle zu halten, auch wenn andere Hunde kommen."
"Ich will sie ja nicht kritisieren, aber ihr Hund kennt ja keinerlei Gehorsam."
Kopf: "Nicht böse gemeint, aber Sie kennen ja keinerlei soziale Kompetenz."
Mund: "Also jetzt übertreiben Sie aber..."
Hundeflüsterin: "Also ich finde Sie können mit dem Hund nicht umgehen."


Statt ihr zu sagen, was ich ab diesem Moment von ihr denke, gebe ich meinem Hund den Fuß-Befehl, den er durchaus kennt und wende mich wieder relevanten Dingen des Lebens zu... irgendwo wartet ja noch Kaffee auf mich.
Jegliche weiteren Versuche mich als Tierquälerin abzustempeln, kommentiere ich mit ausdrücklichen "Jaja"s und "Klar"s, während mein Gewissen meine Gedanken zensiert und mit *piiiiiep*s unterlegt.


Fazit: Gleich zu Beginn hätte ich dem Gespräch einen grundlegend anderen Sinn geben können, wenn ich schon nach dem ersten "Sie quälen ihren Hund" entgegnet hätte: "Und sie meine Ohren".
Oder auf ihr Argument: "Ich arbeite im Tierheim, ich kenne mich da aus." : "Als Putzfrau weiß man noch lange nix von Hundeerziehung." oder oder oder... aber nein, ich habe mich mal wieder auf unsinnige Diskussionen eingelassen, die mir bestimmt zehn Minuten meines Lebens geraubt haben.
Aber ich habe mir fest vorgenommen, wenn ich sie nochmal sehe, gleich einzuschreiten und zu sagen: "Wenn sie sich in der Zeit bis der Bus kommt unbedingt beschäftigen wollen, dann nehmen sie sich ein Buch mit." noch bevor sie ihre quietschend-krakeligen Schallwellen in Richtung meines Gehörganges aussenden kann!
Schlagfertigkeit muss sofort kommen, nicht erst zwei Tage später!
10.2.11 22:42


Otterbahn-fahrn auf der Ottawahn-Farm

 

Ha ha! Wir haben einen neuen Plan!

Vor einiger Zeit überlegte ich mit einer befreundeten wow-Priesterin, wie schön es doch wäre aus dem gewohnten Alltag auszubrechen. Wir mögen anscheinend beide eher die nördlichen Regionen, denn ich präferiere Dänemark, während sie sich vorstellen könnte in Island zu leben. Also entschieden wir uns zunächst für das Land der Pferde und des Töltens.

Nunja, man kann nicht einfach irgendwohin fahren und ein neues Leben beginnen, ohne einen festen Plan (das hatten wir ja schon) und so überlegten wir uns in Island Pullis herzustellen und zu verkaufen. Wir haben beide Hunde, und beide Tiere haaren momentan wie die Seuche, aber zack! da haben wir schon die Wollproduktionsfabriken.

Selbstgestrickte Pullis aus echtem Dackel-Mischlingshaar. Weiche Unterwolle für die Dame, robustes Deckhaar für den Mann von heute.

Aber... in Island ist es nicht nur kalt, sondern oft auch nass, das heißt, prinzipiell wäre es eine tolle Idee wasserdichte Pullover herzustellen. Wie macht man einen Pullover wasserdicht?

Naja, die Antwort ist ganz klar: Otter

Otter haben obendrauf Fell und untendrunter eine Fettschicht, die sie warm hält und die Nässe abhalten kann. Also züchten wir einfach ein paar Otter und benutzen deren Fettschicht als Unterstoff für unsere Pullis.

Aber... Otter sind so niedlich und um an die Fettschicht zu gelangen müsste man sie umbringen. Das bringen wir nicht übers Herz, die armen Otter!

Ich sponn den Gedanken heute beim Kaffee mit Kay weiter. Wenn wir also nun nach Island ziehen, um Otter zu züchten, dann brauchen wir eine Verwendung für die Tiere, bei der das Ableben nicht zwingend erforderlich ist. Die Lösung ist ein Freizeitpark für Touristen und Einwohner.

Die Ottawahn-Farm!

Mit Ottern kann man bestimmt jede Menge machen. Zum Beispiel einen Streichelzoo oder einen Zirkus, wo die kleinen Tierchen durch brennende Reifen hüpfen oder von Stange zu Stange hangeln. Oder man hängt einen Otter an ein Trapez und zieht es hoch. Runterfallen wird er schon nicht, der klammert sich fest. Und wenn man das Trapez noch ein bischen hin- und herschaukelt, dann sieht es aus, als würde der Otter das von alleine machen und schwingen.

Eine kleine Achterbahn und Vergnügungskarussells runden das Bild ab. Natürlich muss die Achterbahn ins Bild passen, wird also mit Ottern geschmückt und schon ist es eine Otterbahn.

Kay meint aber, dass die Otter nach solch Aktionen vermutlich depressiv würden und an Suzid denken würden, aber auch das ist prinzipiell nicht schlimm, denn wenn sich ein solcher Otter umbringt, hat man dann die Fettschicht für den Pullover. Man muss dem Tier dafür nur eine Möglichkeit bieten sich relativ schmerzfrei umzubringen, ohne dass Fettschichten und/oder Fell zerstört werden.

Wenn die Otter aber schon gelernt haben, durch Reifen zu springen, dann ist auch das kein Problem mehr:

Entwurf für eine Ottersuizidmaschine:

Man hängt einen  Strick an eine Stange und der Otter kann bequem mit dem Kopf voran hineinspringen. Eine Plexiglasscheibe hinter der Schlaufe verhindert, dass der Otter durch die Schlinge durchspringt.

Beispiel:

Der Otter nimmt Anlauf, um durch die Schlinge zu springen. Kurz dahinter ist aber die Scheibe. Er knallt sanft mit der Nase gegen das Plexiglas und ist schonmal betäubt. Dann fällt er runter, wegen der Erdanziehungskraft und bleibt mit dem Hals im Galgen hängen, die Schlinge zieht sich zu und tadaaaaa! der Otter hat Selbstmord begangen und bekommt es nicht einmal mit.

Fell und Fettschicht sind für die Produktion freigegeben.

 

Das ist ein Plan, hm?

Bischen schwarzer Humor, aber sonst eigentlich ganz brauchbar... für die Phantasie zumindest.

 

Lesen sie morgen:

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, um die Erde durch kollektives Weltspringen aus der Umlaufbahn zu schicken.

7.9.08 17:52


Ruka in der Anderswelt

 

Ich bin wieder in die Normalität zurückgekehrt.

Zwei Tage habe ich mich in anderen Welten aufgehalten und zwar in Welten, die mir wesentlich mehr liegen als die Realität. Dummerweise ist es leider nicht möglich weiterhin dort zu verweilen, da es

a) zu kostspielig

b) zu realitätsfern

ist.

Doofe Sache.

Aber es war schön. Zum einen das Schandmaulkonzert im Kölner E-Werk, in das wir uns vom neuen Navigationsgerät haben leiten lassen und zum anderen die Walpurgisnacht auf Burg Satzvey, in die wir uns auch vom Navi haben führen lassen. Ein Navi ist eine tolle Sache. Mein Vater hat mir eins besorgt, vermutlich weil er es leid ist mir dauernd am Telefon irgendwelche Wege erklären zu müssen.

Mein Navi heißt Lisa und hat keine Ahnung von Grammatik. Sie sagt mir: "Nach 300 Metern sie haben ihren Bestimmungsort erreicht" und ich weißt "Hey, ich bin zuhause!". Es ist mir auch gar nicht so wichtig, ob sie es nun in richtiger oder falscher Grammatik sagt, denn die Message ist die gleiche. Ich bin angekommen und das nun schon mehrfach OHNE mich zu verfahren. Herrlich!

Da es mich zielsicher zum E-Werk und auch zur Burg Satzvey geführt hat, ist es also auch fähig mich aus der Realität herauszuleiten in eine andere viel tollere Welt mit Feuer und tanzen und Trommeln und Johlen und WAAAHHH! Klasse klasse klasse! Ich bin begeistert.

Nur die Stimme ist ein bischen zickig. Sie rät nicht, sie empfiehlt nicht, sie BEfiehlt. "Nehmen Sie die Abbiegung" Ja, ist ja gut, ich nehm sie ja. Und es piepst, wenn ich zu schnell fahre und ich find nicht raus, wie man das ausstellt, also piepst das Ding die ganze Zeit, aber ich denk, das ist kompensierbar. Mit überlauter Musik geht das schon, da hör ich weder die befehlende Lisa, noch das Gepiepe, wenn ich zu schnell fahre... HäHä, ausgetrickst!

Heute habe ich mir "Werner" installiert. Ich dachte, so als Frau muss ich mir eine attraktive Männerstimme aufs Navi basteln, damit ich dann bei jeder Abbiegeempfehlung einen halben Orga... naja, ist vielleicht übertrieben. Egal, ich hab ihn installiert... und angetestet.

Ich bin mit Werner unterwegs, der weiß wo`s langgeht!

Aber... die Stimme ist furchtbar... man kann die Pixel quasi raushören und von Orga keine Spur. Blechern und destruktiv rattert er seine Sprüche runter und scheint sich überhaupt nicht für meine Bedürfnisse zu interessieren. Da war mir die zickige Lisa lieber. Aber die ist eben zickig... hach, schwere Welt.

Ich hab mich nun auf eine Irin geeinigt. Die klingt zwar ein bischen älter, aber wenigstens nicht so herrisch. Außerdem erkennt man das Gepixel nicht so, weil man es leicht mit dem Akzent verwechseln kann. Prima Prima.

Nunja, egal welche Stimme, eigentlich wollte ich ja von meinem Besuch in der Anderswelt berichten, in der ich mich doch so wohlgefühlt hab. Obwohl... gestern abend war es schon ziemlich kalt. Das mittelalterliche Leinenhemd war ziemlich zugig, das T-Shirt darunter weniger Stoff als Nähgarn und die Lederhose hat dann auch nichts mehr rausgerissen. Der Umhang war natürlich schön warm, aber irgendwie kam die Kälte von unten und oben in die tieferen Kleidungsschichten, die dann ja auch nichts mehr geholfen haben.

Am Feuer war es wiederrum sehr heiß, vor allen Dingen auf der Seite auf der die Flammen METERHOCH in den Himmel loderten. Begleitet von Trommeln und Dudelsäcken (Zitat Ymi: "Der hat aber eine große Dudel an seinem Sack" begaben wir uns ums Feuer herum. Man kann jetzt nicht wirklich sagen, dass wir ums Feuer getanzt sind, eher standen wir um das Feuer herum Schlange. Aber immerhin, wir haben einen ganzen Kreislauf vollbracht!

Vom Konzert kann ich gar nicht soviel erzählen, denn wir standen recht weit hinten, was bedeutete, dass wir nichts gesehen haben außer den Rücken und Köpfen der Gäste vor uns. Aber das hat uns natürlich nicht daovn abgehalten zu feiern! So sind wir eben, feiern in der Anderswelt!

 

So, und nun muss ich meine morschen Knochen mal wieder sortieren und zum banalen Alltagsgeschäft zurückkehren *seufz*

Aber ein paar Trommeln könnt ich mitnehmen *grübel*

1.5.08 20:18


Finger Food

 

Ich bin...

...die Summe meiner Erfahrungen und das Ergebnis ist negativ.

...mit einem Seil über einen Bach geschwungen, abgerutscht und heftig mit dem Kopf aufgekommen.

...nur eine Pfanne.

...forsaken, without time for games.

...wie gewohnt: Farblos und geschmacksneutral.

... Darkwing Duck! 2, 1, Risiko!

 

13.4.08 16:16


Ich bin von den Verlassenen 

 

und vielleicht ist das auch gut so.

 

Heute bin ich motzig. Und ich weiß nicht genau warum. Aber ich bin es.

 

Ich bin von den Verlassenen und ich hab keine Zeit für Spielchen... Wollja!

11.4.08 16:28


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