Angel
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In der Wirtschaft ist die Lyrik auf der Strecke geblieben...

Anderswelt, zum Greifen nahe,
Schürt Zauber, macht besinnungslos.
Bringt Tänze uns mit Glanz und Farbe,
Macht Bettler prunkvoll und famos.

Märchenwelt, besiegt von Wissen,
Fühlen möcht ich dich bei mir,
Watteschnee als Ruhekissen,
Alles echt, im Jetzt und Hier?

Mystiktraum, in Nächten heller,
Scheint wohl durch der Welten Netze,
In dir vergeht mein Leben schneller,
Losgelöst von aller Hetze.

Geschichtenbuch, voll Kinderträumen,
Zartgewob'ne Dichterfäden,
Schaffen Ruhedunkelräume,
Hinter zugezog'nen Läden.

Wirklichkeit, banal geworden,
Ratio über'm Sternenglanz,
Willst du die Phantasie ermorden?
Traumgewand statt Firlefanz.

Kohle, Geld und all der Zaster,
Gleichsam wie ein böser Drache,
Stürzen uns ins Ich-Desaster,
Keiner hält der Seelen Wache.

Herzschmerz ist auf allen Wegen,
Die mit Leid gepflastert sind,
Bringen mir wohl kaum den Segen,
Den ich fand als träumend Kind.

Schüsse fall'n an allen Ecken,
Keiner greift zum Ritterschwert,
Diebe, Schurken, Wirtschaftszecken,
Wortgeflecht verliert an Wert.

Hab die Wahl ich armer Tropf?
Kann ich in der Traumwelt bleiben?
Nun, ich seh's in meinem Kopf,
alles and're könnt ich meiden.
24.11.11 19:41
 
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